Wirkung macht den Meister - Abstand wirkt

photo: Fabienne Steffen
photo: Fabienne Steffen

"Persönlichkeit" mit Stil

In aller Munde ist das Wort «Abstand», praktisch überall werden wir zurzeit zu Abstandsregeln angehalten. Betrachten wir doch einmal dieses Wort genauer. Abstand halten, um sich nicht zu nahe zu kommen, um was auch immer zu vermeiden. Abstand wahren, um Anstand zu zeigen. 

 

Man kann aber auch etwas Abstand nehmen, um seine Mitmenschen, oder auch sich selbst, einmal anders zu betrachten, zu beobachten, versuchen einzuschätzen (übrigens eine meiner beruflichen Passionen). Die Perspektive wechseln und etwas mit genügend räumlicher Distanz begutachten und sich ein Bild davon machen. Das geht mit Abstand und etwas Distanz meistens tatsächlich besser. Man betrachtet das Gesamtbild und ein vielleicht wichtiges Detail sticht einem so besser ins Auge. Darum geht es auch beim persönlichen Stil und der eigenen Wirkung. Es kommt auf das stimmige Gesamtbild an, gemacht aus vielen in sich und zueinander passenden Facetten, und welche Aussage man damit machen will. Denn meistens steht oder fällt es mit einem Detail, was beim Gegenüber Wirkung zeigt und Eindruck macht.

 

Abstand erzeugt aber auch Distanz. Das kann zwar manchmal angenehm oder sogar nötig sein, und ein anderes Mal ist es jedoch eher nicht förderlich. Einmal hält man sich daran, ein anderes Mal ist es schlicht weg nicht möglich. Wenn physisch Abstand reduzieren nicht geht, kann man wenigsten mental die Distanz verringern, und Nahbarkeit ausstrahlen. Ja das geht, zum Beispiel bei der Kleidung mit hellen Farben. Hell erzeugt optisch Nähe und wirkt freundlich und leicht. 

 

Sich nahbar zu zeigen, dazu gehört auch Mut. Nähe kann auch angreifbar machen. Oder man wird vielleicht nicht genügend ernst genommen. Das habe ich selber auch schon erlebt. Da hilft ein passender Spruch aus meinem typischen Fabienne-Repertoire: «Unterschätz mich ruhig, das wird lustig!». Aber im Ernst: Sich der eigenen Wirkung bewusst sein setzt voraus, dass man die eigenen Stärken und Werte er-/kennt, und sich regelmässig sein Bewusstsein dafür schärft. Wichtig ist nämlich, dass man wirklich weiss, wie man wirkt, wie man wirken möchte, und auch weiss, wie man diese Wirkung erzeugt. Von Zeit zu Zeit mit sich selbst in Klausur gehen, sich selbst betrachten. Es kann durchaus hilfreich und sinnvoll sein, sich auch mal kritisch betrachten zu lassen, und zwar von aussen, um daraus Rückschlüsse ziehen, ob die Aussenwahrnehmung noch, oder überhaupt zum aktuellen Erscheinungsbild passt, welches man abgibt, oder eben meint, abzugeben. 

 

Gleichzeitig verändern wir uns auch laufend. Mit der Zeit gehen und justieren, ausprobieren, und ganz wichtig, Freude daran haben, dass wir uns verändern und das auch ausleben dürfen. Aber macht auf jeden Fall daraus kein «müssen». Geniesst diese Freiheit des Selbstausdrucks, mit oder ohne Abstand. Aber immer mit Anstand. Und mit etwas Distanz, auch zu einem selbst, sieht man meist besser, auch wie man wirkt. Oder wie es der Aphoristiker Rupert Schützbach (*1933) treffend formuliert: 

 

«Sympathische Distanz: Jemandem entgegenkommen, ohne ihm nahezutreten.»

 

*) PS: Helle Kleidung ist auch gerade bei mir ein hochaktuelles Thema. Denn die kommenden Tage habe ich für einmal selbst ein Foto-Shooting für meine neuen Portraitbilder bei Rachel Liechti. Heller, freundlicher, nahbarer wirken – ich bin jetzt schon gespannt auf die Reaktionen aus «sympathischer Distanz».

 

Herzlich,

Fabienne

 

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