Mit Vitamin "B" aus der Coronazy-Starre

selfie: Fabienne Steffen
selfie: Fabienne Steffen

"Persönlichkeit" mit Stil

«Sich neu erfinden», habe ich in meinem ersten Blog geschrieben, heisst, sich verändern, sich an Gegebenheiten anpassen oder dagegenhalten, Veränderungen zulassen und neue Wege finden. Das habe ich gemacht. Und bin laufend noch dran. Es ist ein Prozess, mit vielen Facetten, neuen Erkenntnissen, und auch Einsichten. Zum Beispiel die Einsicht, dass wohl nicht mehr alles so sein wird, wie vorher. Dass man Dinge hinnehmen muss, oder sogar verabschieden und loslassen. Dass man Neues lernt und damit dazu gewinnt. Dass man manchmal weint, und dann wieder lacht. Ja und in all diesem Trubel gilt es dann auch noch, die Contenance nicht zu verlieren. Denn wie heisst es so schön: Das Leben geht weiter. Aber für mich, wie wohl für viele andere auch, eben nicht ganz gleich wie zuvor. 

 

Und quasi als Dank, dass ich bis jetzt so gut durchgehalten habe, hat mich diese coronazy Zeit so viele Nerven gekostet, dass meine neue Realität gegen Ende des Lockdowns nun unübersehbar ihre Spuren hinterlassen hat, auch äusserlich. Visuell ausgedrückt: Massiv viele neue graue Haare! Nein, also das mache ich jetzt einfach nicht auch noch mit. Tolerieren, okey – aber akzeptieren, geht hier gar nicht. Und weil sich neu erfinden auch sich verändern heisst, habe ich zum Plan «B» gegriffen. Oder vielmehr zu einer Art Vitamin «B». Von «B-Vitaminen» profitieren anscheinend auch Haut, Augen und Mund und am meisten die Nerven und die Konzentration, und – für mich ganz wichtig: die Haare! Und deshalb lautet davon abgeleitet meine selbsttherapeutische Antwort auf diesen coronazy Ausnahmezustand: Vitamin «B» wie «blond». Und zack, man/frau ahnt es schon: Ich bin ab sofort – blond!

 

“A woman who changes her hair is about to change her life.”

Coco Chanel

 

Ja, zugegeben, ich traure meinen dunklen Haaren zwar etwas nach, aber eine richtige Brünette war ich doch schon länger nicht mehr, der graue Schleier kam zuverlässig immer wieder durch. Nun kaschiert mir aber mein Plan «B(londierung)» nicht nur den grauen Ansatz, spart mir enorm viel Zeit, da sich die Coiffeurbesuche reduzieren, sondern schenkt mir auch jeden Tag ein Lächeln statt einem Seufzer beim Anblick in den Spiegel. Und ganz cool und eigentlich das Beste daran: Es macht einen innert nur einer Stunde Einwirkzeit der Farbe um 5 Jahre jünger! Und ich meine, das ist doch auch noch irgendwie passend, denn der C-Zustand hat ja die ganze Wirtschaft auch um Jahre zurückgeworfen (gut, also verjüngen wird sie sich ja zwar dadurch leider gerade nicht), und ab und zu muss man einfach mithalten und mit der Zeit gehen. Zudem sagt man, dass blond freundlicher wirkt und einen jünger und nahbarer mache. Wer nun aber glaubt, ich hätte mit meiner blonden Version auch gleich die taffe wilde Brunette eingetauscht, der irrt natürlich, und zwar gewaltig. Nicht immer alle Klischees für wahr halten. 

 

Eines stimmt aber schon: Helle Farben machen durchaus nahbarer und freundlicher, auch zum Beispiel beim Erscheinungsbild der Kleidung. Und das ist für mich aktuell wichtiger denn je. Nicht weil es bald Sommer wird und die Kleider leichter und heller werden. Nein, sondern weil ich seit Neustem nur mit Mundschutz und Schutzmontur arbeiten darf, und dabei aussehe, als würde ich in den Krieg ziehen oder die Frau Doktor imitieren (wie wenn mir die bedrohliche Krankheit sprichwörtlich ins Gesicht geschrieben stehen würde). Aber was mich wirklich nachdenklich und traurig stimmt ist, dass wir mit diesem Mundschutz ein Stück unseres Gesichts, unserer Mimik, unserer Persönlichkeit verdecken. Kein Lachen oder auch nur Lächeln ist mehr ersichtlich, die Hälfte des Gesichts ist einfach weg. Und das schafft irgendwie noch mehr Distanz, noch mehr Unsicherheiten. 

 

Da müssen wir Gegensteuer geben und andere Wege finden, um unsere Freundlichkeit auch visuell anders ausdrücken zu können. In Zeiten von 2m Abstand können wir auch über unserer äussere Erscheinung Nahbarkeit zum Ausdruck bringen und so Brücken bauen zu unserem Gegenüber, der ja nicht ein Fremder ist, sondern vielleicht nur ein Unbekannter, dem es gleich geht wie uns selbst. Wir sollten uns trauen, auch hinter unseren Gesichtsmasken zu lächeln und ein freundliches Wort zu sagen. Und wir sollten daran glauben und etwas dafür tun, damit das Schöne, was wir einmal hatten, einmal wieder da sein wird. Arbeiten wir an der Veränderung, erfinden wir uns neu, und bewahren trotzdem das Alte in uns. Helle Farben wirken nahbarer, freundlicher. Das kann ich empfehlen, und sollte jede und jeder einfach mal für sich ausprobieren. Zum Beispiel bei einem schwierigen Gespräch, um Empathie auszustrahlen. Oder um dem Hardliner-Image eine sanftere Note zu verleihen. Und dabei unbedingt nicht vergessen: Lächeln.

 

PS: Das geht übrigens auch ohne «Vitamin B(lond)». Als Extra-Tipp für gute Vitamin-Betreuung kann ich das ganze Team der Drogerie Zier aus Davos ans Herz legen. Herzlich, kompetent und zum Wohlfühlen.

 

Herzlich, Fabienne

 

Blogs erscheinen wöchentlich, jeweils als Sonntagslektüre.

 

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